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Donnerstag, 23. Mai 2013

Großraumlärm.

Stickige Luft und wabernde Hitze. Im Moloch lässt es sich gut leben. Vorausgesetzt man hält die Augen geschlossen, denn im Betondschungel regt sich was. Aus allen Ecken und Poren strömen Körpermassen zum Himmel. Der vermoderte Duft von Druckerschwärze schwängert die Luft und über allem thront der Lärm. Klacken, knacken, knirschen. Im Schritttempo rollt die Welle über den Asphalt und belästigt alle Ohren, erstickt die Stille. Weit weg am besten sofort. Die Anwesenheit des Nichts suchen und Ruhe finden. In den unberührten Winkeln der Welt die Zuflucht erhalten und den Geräuschen entkommen.
Im Refugium verharren, denn jede Minute ist kostbar und vergänglich. Mit klarem Kopf vom Gipfel blicken, dem Unheil entgegen. Bereit die Reise fortzusetzen über Jahrhunderte hinweg. Das Ziel im Fokus und stolzem Schritt durchschreitet er die Flur. Am Rande des Weges sinkt Rauch in den Boden ein und er marschiert unbeeindruckt weiter. Die Schlote mehren sich und durchdringen die Wolken. Am Ende wartet der Sirenengesang, fesselt ihn an sich und lässt ihn nie wieder los. 
Geschrei und Krawall flankiert von Paukenschlägen macht es unmöglich einen klaren Gedanken zu fassen. So bettet er sein Haupt und flieht erneut. In den Wald, ans Meer, auf die Wiese und hoch zum Mond. Der singt ein Wiegenlied nur für ihn und das Universum erstarrt.

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